Ensemble-Blog

Geschichten zum Weitererzählen: Die dritte Unvollendete

Paul Maar hat uns Anfänge von »unvollendeten Geschichten« zur Verfügung gestellt, die wir hier nach und nach lesen. Es wäre schön, wenn Sie sich ausdenken / Ihr Euch ausdenkt, wie die Geschichten weitergehen könnten. Erzählen Sie / erzählt sie bitte für uns alle weiter! Wir freuen uns auf Beiträge von Kindern und Jugendlichen genauso wie auf Post von Erwachsenen: per e-mail (an meinecoronageschichte@theater-massbach.de) oder als Brief (Ensemble des Theaters Schloss Maßbach, Parksiedlung 8, 97711 Maßbach). Ihr / Euer Einverständnis vorausgesetzt (bitte dazuschreiben), werden wir ausgewählte Beiträge zu einem späteren Zeitpunkt auf diesem Blog veröffentlichen.

Roberich, der reimende Roboter
gelesen von Benjamin Jorns


Paul Maar:
Roberich, der reimende Roboter

Das hier ist Herr Dill. Herr Dill hat einen seltsamen Beruf. Herr Dill ist nämlich Erfinder. Er hat schon viele Sachen erfunden:
Eine Brille mit Scheibenwischer.
Grünen Pudding für Kinder, die nicht gerne Spinat essen.
Das aufblasbare Fahrrad, das man in die Tasche stecken kann.
Ein unsichtbares Schulheft. Den viereckigen Globus. Und den Roboter Roberich.
Roberich kann gut reimen. Er sagt: »Ich bin Roboter Roberich, und wenn du willst, dann reime ich.«
Das hier ist Frau Doris Dill, die Frau von Herrn Dill. Sie ist Malerin und malt am liebsten Tiere. Ameisenbären kann sie besonders gut.
Herr Dill und seine Frau haben auch eine Tochter.
Die Tochter heißt Dolly und geht in die zweite Klasse. Manchmal nimmt Dolly das unsichtbare Schulheft mit in die Schule.
Dann fragt die Lehrerin: »Dolly, hast du schon wieder dein Heft vergessen?«
Da sagt Dolly: »Nein, ich habe es dabei. Man kann es nur nicht sehen.
Es ist ja unsichtbar.«
Die Lehrerin sagt: »Eine bessere Ausrede fällt dir wohl nicht ein?«
Deswegen sagt Dolly zu ihrem Vater: »Kannst du nicht mein Heft wieder
sichtbar machen? Erfinde lieber einen Schulranzen, der alleine in die Schule fliegt. Mein Ranzen ist nämlich ziemlich schwer.«
»Kein Problem«, sagt Herr Dill und erfindet einen Schulranzen mit Propeller.
Roberich sagt: »Ranzen, die Propeller haben, fliegen schneller als die Raben.«
Am Nachmittag sagt Frau Dill zu ihrem Mann: »Kannst du mir bitte schnell ein Kilo Salz erfinden? Ich brauche das Salz für die Spülmaschine.«
Herr Dill schüttelt den Kopf. Er sagt: »Salz kann man nicht erfinden, Salz
muss man kaufen.«
Roberich sagt: »Will ich Salz im Laden kaufen, muss ich zu dem Laden laufen.«
Er marschiert gleich los. Roberich geht ein bisschen wackelig. Schließlich hat er nur dünne Beine aus Metall und Füße aus Gummi. Trotzdem ist er sehr schnell und überholt alle, die vor ihm gehen.
Stolz sagt er: »Jeder wird sofort erkennen: Roboter Roberich kann sehr schnell rennen.«
Aber plötzlich wird er langsamer und noch langsamer und bleibt schließlich stehen. Seine Batterie ist fast leer.
Entsetzt flüstert er: »Ich verliere meinen Schwung. Ein Fehler in der
Sicherung!«
Zu Hause wartet Dolly, dass Roberich wiederkommt.
Sie will mit ihm Mau-Mau spielen.
Aber Roberich kommt nicht. Er sitzt zusammengesunken auf einem Kantstein und wartet.
Da kommt ein Junge die Straße entlang, bleibt vor ihm stehen und beugt sich zu ihm hinunter.
Er fragt: »Wer bist du denn?«
Mit dem letzten Rest seiner schwachen Batterie kann Roberich noch sagen:
»Rooo…« Dann ist der Strom zu Ende.
»Ro? Komischer Name«, sagt der Junge. »Ro, du hast bestimmt nichts
dagegen, wenn ich dich mit nach Hause nehme.«
Inzwischen wartet Herr Dill ungeduldig auf den Roboter. Aber der kommt
nicht zurück.
Frau Dill sagt zu ihrer Tochter: »Dolly, geh doch mal los und schau, wo sich Roberich herumtreibt. Langsam könnte er ja mit dem Salz zurückkommen!«
Dolly ruft: »Mach ich, Mama!«, und ist schon aus der Tür gerannt …

1 Kommentar

Linear

  • Werner Reis  
    Hallo Benjamin,

    wie schön du das R rollst. Nicht nur deshalb gefällt mir die Geschichte sehr gut.
    Aber wie sie weitergehen könnte, dafür hab ich noch keine Idee.
    Ich werde sie aber an meine Schulkinder weiterleiten.
    Hoffentlich spielt ihr euer Kinderstück im Sommer, wir wollten
    nämlich zu euch kommen.
    Ostergrüße von
    Werner

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