Stück von James Fritz

4min 12sek (Four minutes twelve seconds)

Regie: Ingo Pfeiffer



Ein packendes Kammerspiel um sexuelle Gewalt und den Umgang mit sozialen Medien. Was ist wirklich passiert? Offenbaren die sozialen Medien geschehenes Unrecht oder Halbwahrheiten?

Jack, 17, ist der ganze Stolz seiner Eltern, David und Di. Sie haben versucht, ihm alles zu bieten, was sie selbst als Kinder nicht hatten. Nun ist er kurz davor, einen glänzenden Schulabschluss hinzulegen, um danach Jura zu studieren. Doch dann taucht ein Video im Internet auf: vier Minuten und zwölf Sekunden, die alles zu ruinieren drohen, wofür die Familie so gekämpft hat. Ein intimes Video von Jack und seiner Exfreundin Cara. Jack schwört, er habe es nicht hochgeladen. Cara schwört, der Clip zeigt eine Vergewaltigung. Die Eltern sind geschockt. Cara ist ein Mädchen aus schlechteren Verhältnissen, kann man ihr trauen, wenn sie mit solchen Anschuldigungen kommt? Da die Figur des Jack nie auftaucht, liegt der Fokus auf den Reaktionen der Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung. Wir werden hineingezogen in die Unsicherheit der Eltern, die zunächst nur leisen, dann immer größer werdenden Zweifel am Sohn und aneinander haben. Schicht um Schicht nähert sich das Stück den Ereignissen, die zum Upload des Videos führten bis zu einem beunruhigenden, verstörenden Finale.

»Wir graben uns immer tiefer in den Fall, immer wieder werden Lügen aufgedeckt - wem kann man glauben?« Ingo Pfeiffer